"Die Geschichte der Weltwirtschaft hat bewiesen, dass auf nichts so Verlass ist, wie auf den Sieg des Freien Marktes - über die Vernunft." Als
Dieter Hildebrandt in den 1980ern zu dieser Erkenntnis kam, konnte er nicht wissen, dass dieses Zitat nahezu programmatisch sein würde. "Ich kann doch auch nichts dafür" heißt folgerichtig sein neues Programm.
Dabei geht es Hildebrandt nicht um mangelndes Verantwortungsgefühl seinerseits, sondern um die allgemeine Machtlosigkeit desjenigen, der einfach nichts dafür kann. Wer kann schon was dafür, wenn ein Vulkan Europa verascht? Viel wichtiger aber noch die Frage: kommt man an den heran, der was dafür kann? "Komme ich an den heran, der mein Erspartes verspekuliert, obwohl er Bank studiert hat?... Was kann ich dafür, dass ich von Leuten regiert werde, die einen anderen Beruf schwänzen?"
In bewährter Manier klärt Hildebrandt über die zulänglich bekannten Unzulänglichkeiten des Politikerbetriebs auf. Dass aber die Entklugung auch den ganz normalen Alltag immer stärker einholt, zeigen seine Erlebnisse auf Flughäfen und Bahnhöfen. "Man kann Zeit schinden, vertreiben, totschlagen, aber auch foltern", so urteilte er einmal über die heutigen Massenmedien. Auf diesen Abend trifft das mit Sicherheit nicht zu!
Die Veranstaltung »Dieter Hildebrandt: Ich kann doch auch nichts dafür« wurde am Donnerstag, den 14. Oktober 2010
von
venyoobot
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