Waterdown
Nachdem im Jahr 2000 die erste EP "Drawasmilingface" und ein Jahr später das inzwischen als Klassiker geltende Debütalbum "Never Kill The Boy On The First Date" bei Victory erschienen waren, galten Waterdown weltweit als Teil der ersten Welle von Bands, die Hardcore- und Emo-Songwriting, gesungene und geschriene Parts miteinander verbanden. Mit den folgenden Alben und EPs aber bewegten sich Waterdown immer weiter weg von dieser Szene und zogen ihr eigenes Ding durch. Zurück zu den Wurzeln im Metal, Punk und Hardcore, weg von einer neuen Welle von Nachahmern, die das Konzept bis in die Lächerlichkeit ausreizten und "Screamo" zum Schimpfwort werden ließen.
"Into The Flames" nun ist noch weiter emanzipiert von dieser Szene und zeigt eine stilistische Vielfalt, die größer und freier kaum sein könnte. "Get What You Give" und "We Are Not The Children" sind überhart, vertrackt, voller Details, teilweise schleppend, apokalyptisch und gewaltig. Im Opener zerreißt ein kurzer Jazz-Part, im folgenden Song ein an Filmmusik erinnernder, tonnenweise düstere Atmosphäre versprühender Teil die überwältigende, negative Gewalt. Dann jedoch zeigen sich Waterdown von einer ganz anderen Seite: Der Titelsong ist melodisch, zitiert in den Riffs die Deftones, verbindet dies aber mit einer starken, klaren Hookline. "Saving Private Honesty" dann holt als Gast Ingo Rieser, den 2007 ausgestiegenen Originalsänger, zu einem an alte Zeiten erinnernden Duett mit Zacken zurück. "Anchor Lost" zieht endgültig an allen Erwartungen vorbei. Hat jemand im Waterdown-Kosmos mit einem von akustischen Gitarren und Piano getragenen Singer/Songwriter-Stück gerechnet? Wohl kaum. Das folgende "Dragged Through The Dirt" dann bleibt wie die komplette B-Seite von "Into The Flames" (das ausschließlich als limitiertes Vinyl und Download erscheint) ruhig und nähert sich in seiner spröden Epik und dem lang gezogenen, atmosphärischen, sich immer weiter steigernden Mittelteil Brand New an. "Kiss It Goodbye, Watch It Die" verbindet AltCountry... mehr mit klassischem Rocksongwriting und einer weiteren großen Hookline. Das abschließende "Homecoming" dann ist wieder akustisch, Singer/Songwriter mit viel Herz, Atmosphäre und einer Melodie, die lange im Kopf bleibt.
Kategorisieren lassen sich Waterdown mit ihrer letzten Platte nicht mehr, sie verabschieden sich einfach mit zwei Handvoll ehrlicher, großer Songs, die Genregrenzen einreißen beziehungsweise komplett ignorieren. Im April und Mai gibt es sieben Abschiedsshows, dann ist Schluss.
Veranstaltungsarchiv für Waterdown
| Sa | 5. Mai | 20:00 Uhr | Ibbenbüren, JKZ Scheune |
| Sa | 21. Apr | 20:00 Uhr | Saarbrücken, Garage |
| Fr | 20. Apr | 21:00 Uhr | Lindau, Club Vaudeville |
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Die Veranstaltung Waterdown wurde am Samstag, den 21. Januar 2012 von venyoobot eingetragen.
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