Melody Gardot

Sie kommt mit dem Gehstock auf die Bühne. Die sichtbare Folge eines Unfalls, der sie im Alter von 19 Jahren um ein Haar das Leben gekostet hätte. Ihr zweites Markenzeichen neben ihrer zarten, manchmal kehligen Stimme ist die Sonnenbrille, ohne die sie nie in die Öffentlichkeit geht. Vielleicht hält sie es damit wie Johnny Lee Hooker, der darunter die Tränen versteckte, die beim Singen seiner tieftraurigen Lieder flossen?

Passen würde es, denn auch die Songs ihres zweiten Albums bewegen sich immer an der Grenze zur Traurigkeit, zum Blues. Viele ihrer Stücke kreisen ums Verlassen, Verlassenwerden und um Einsamkeit. Vergeblich wartet man auf eine humorige Wendung wie oft bei Ella Fitzgerald oder Cole Porter, an die "Baby I'm A Fool" mit seiner Oldschool-Orchstrierung erinnert. Dafür strahlen andere Stücke wie der Titelsong vor Wärme und Energie.

Melody Gardot, 1982 geboren und von Haus aus Pianistin, gehört der Generation an, die den Jazz in die Hitparaden führen, weil sie die Grenzen zwischen klassischen Jazz-Arrangements und Sampling, Folk, Pop und Blues einreißen. Norah Jones und Katie Melua haben es vorgemacht. Auch Gardot hat die stimmige Vielseitigkeit ihrer Einflüsse und deren stilsichere Kombination auf ihrem ersten Album "Worrisome Heart" bewiesen. Das ist ihr auch beim Nachfolger, mit dem Produzenten Larry Klein an ihrer Seite, mit Bravour gelungen.

Veranstaltungsarchiv für Melody Gardot

So 01.08.10 20:00 Uhr
Trondheim, Borggården
Sa 31.07.10 18:00 Uhr
Arendal, Sam Eydes Plass
Fr 30.07.10 20:00 Uhr
Oslo, Karpedammen Akershus Festning
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Kommentare zu Melody Gardot (1)

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Ja, ich war da. In meinem Kopf: Das Bild einer "unperfekten" Schönheit, den 20ern entsprungen, so graziös, feminin, sexy, divenhaft aber auch filigran, zart und verletzlich... Aus einer der letzten Reihen beobachtete ich die Zugänge der Bühne und erwartete sehnlichst ihren Auftritt. Das Licht wurde gedimmt und es wurde still... "von welcher Seite kommt sie wohl...?" Dann, rechts oben, hinter dem Podest, öffneten sich Flügeltüren und da stand sie und der Saal jubelte. Ich schlug die Hand vor den Mund. Dass mich ihr Anblick so positiv berührte, damit habe ich nicht gerechnet. Ihre voluminös toupierten, blonden Haare "like Marylin Monroe", ihr uns verschleierter Blick, das Kleid, 20er Jahre mit ausgestellter kleiner Schleppe, ihre langen Beine jedoch bis oberhalb der Knie frei, dazu ihren königlichen Gehstock, der zu ihr gehört wie ein Schmuckstück und sie vollständig macht. Um sie zu unterstützen, schreitet sie die mit rotem Teppich ausgelegten Stufen, in Begleitung eines Bandmitgliedes (glaube ich) herunter. Ohne ein Wort begibt sie sich zu ihrem Piano und beginnt zu spielen. DIe nächsten zehn Minuten kann ich nur noch so wiedergeben: ich hatte Tränen in den Augen. Mich berührte ihre Musik, die Art und Weise wie sie spielte und sang, das Zusammenspiel mit der Band und am allermeisten ihre Stimme, live! Dann verlässt sie die Bühne, lässt die Band für uns spielen und kommt still und ohne Ansage zurück, noch während die Band spielt und steigt mit ein, als wäre nichts gewesen. Sie hat sich umgezogen. Jetzt trägt sie ein lachsfarbenes Kleid, ebenfalls im Stil der 20er und ebenfalls beinfrei. Sie spielt und singt mit so viel Gefühl und ich wette sie hatte die meiste Zeit die Augen zu. Jedes Bandmitglied stellte sie vor und gab ihm ein Solo. Sie Sprach mit dem Publikum und machte Witze. Es war einfach traumhaft. Ich zehre jetzt noch von diesem Erlebnis.
Montag, 5. Juli 2010 um 14:37
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»Melody Gardot« bei venyoo.de

Die Veranstaltung Melody Gardot wurde am Montag, den 24. August 2009 von venyoobot eingetragen.

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