The Prodigy

Als The Prodigy Anfang der 90er in der englischen Electro-Szene auftauchten, waren sie nur ein Techno-Act von vielen. Das sollte sich schlagartig mit der Veröffentlichung ihres 94er Albums "Music For The Jilted Generation" ändern, mit dem der Posse etwas voher völlig Undenkbares gelang. Hier mischten sich klassische Breakbeats mit den Grooves des damals großen Dings Big Beat, und harte Gitarren trafen auf HipHop. Am wichtigsten aber: Hinter allem war eine Art anarchischer Punk-Spirit spürbar, der Prodigy auf einmal zur Konsensband von bislang gänzlich unvereinbaren Hörerschichten machte. Sogar bei der notorisch konservativen Metal-Szene konnten sie punkten.

Ein Phänomen, das bei ihrem nächsten Album "The Fat Of The Land" einen bis heute unerreichten Höhepunkt erreichte. Hier hatten sie ihre Fusion aus Electro, Dancefloor aber auch Punk und Metal zur Perfektion gebracht und jeder, der sich nicht mit dem Pop-Mainstream identifizieren wollte (also auch die Metal-Fans) fühlte sich von den kontroversen Songinhalten ebenso angezogen wie von den Schock-Videos. Songs wie "Firestarter" oder "Smack My Bitch Up" sorgten für Empörung und Publicity und auf einmal fanden sich The Prodigy vor dem heterogensten Publikum wieder, das man während der 90er bestaunen durfte. Sie waren ebenso Headliner der Raves in Nordengland, wie beim Hippie-Spektakel Glastonbury oder dem eher metal-lastigen Reading-Festival. Sogar auf die Titelseite der englischen Metal-Bibel, dem "Kerrang"-Magazin schafften sie es. The Prodigy waren der neue Rock!

Nur um danach ziemlich sang- und klanglos abzutreten. DJ Liam Howlett erklärte schon '97 das Kapitel The Prodigy für beeendet. 1999 wurde den irritierten Fans zwar noch "The Dirtchamber Session Vol. 1" als Bandalbum angedient, obwohl es genau genommen ein Mix-Album von Howlett war, doch dann begann endgültig das große Schweigen. In die Fußstapfen von The Prodigy wollte niemand treten, Britpop war das nächste große Ding und die Fanbase zerfiel wieder in ihre fein säuberlich getrennten Lager. Das große Fusionsexperiment schien gescheitert und beendet.

Bis 2004 völlig aus dem Nichts mit "Always Outnumbered, Never Outgunned" ein neues Prodigy-Album an den Start ging. Ein ziemlich lasches und unentschlossenes leider, aber selbst dieses halbgare Lebenszeichen reichte aus, um die Erinnerung an eine der wegweisendsten Bands der 90er neu anzufachen. Es wurde sogar wieder getourt und die Band entpuppte sich wieder einmal als Bühnenmagnet für ein heillos... mehr durcheinander gewürfeltes Publikum. Und jetzt, fünf Jahre später, steht mit "Invaders Must Die" tatsächlich wieder ein Album mit der alten Durchschlagskraft in den Startlöchern. The Prodigy sind heute zwar nicht mehr der "neue Rock", aber wenn die Zukunft wieder ein wenig mehr wie die große Vergangenheit aussehen sollte, dann hätten buchstäblich wieder alle etwas davon.

Veranstaltungsarchiv für The Prodigy

Mo 26.04.10 21:00 Uhr
Roma, Atlantico Live
Sa 24.04.10 21:00 Uhr
Rimini, 105 Stadium
Fr 23.04.10 21:00 Uhr
Mantova, Palabam
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»The Prodigy« bei venyoo.de

Die Veranstaltung The Prodigy wurde am Donnerstag, den 25. Februar 2010 von venyoobot eingetragen.

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