3. Sonderkonzert

György Kurtág Stele op. 33
Béla Bartók Violinkonzert Nr. 2 Sz 112
Robert Schumann Sinfonie Nr. 3 Es-Dur „Rheinische“

Solist: Frank Peter Zimmermann (Violine)
Dirigent: Justin Brown

Im Rahmen der 20. Europäischen Kulturtage zum Thema „Budapest/Pécs“ stehen auf dem Programm des siebten Sinfoniekonzertes Werke zweier ungarischer Komponisten, die zu den wichtigsten Komponisten der Moderne zählen. György Kurtágs erstes großes Orchesterwerk „Stele“ entstand im Jahre 1993 für die Berliner Philharmoniker und wurde unter der musikalischen Leitung von Claudio Abbado uraufgeführt. Kurtág setzt sich in vielen seiner Werke mit dem Thema des Todes und der Vergänglichkeit auseinander, so auch in diesem Werk, das er als die Musik eines Menschen charakterisierte, der schwer verwundet auf einem Schlachtfeld liegt: „Kampf wütet rings um ihn, aber er sieht nur einen unglaublich klaren blauen Himmel. Für ihn ist nichts so wichtig wie dieser Himmel.“
Beschrieb György Kurtág seine musikalischen Wurzeln einst mit den Worten „Meine Muttersprache ist Bartók und dessen Muttersprache war Beethoven,“ so stellt Bartóks Violinkonzert Nr. 2 sicherlich die ideale Programm-Ergänzung dieses Konzertes dar. In diesem Werk aus den Jahren 1937/38 orientiert sich Bartók zwar äußerlich recht streng an der Form des klassischen Konzertes, versucht aber im musikalischen Gehalt des Werkes tradierte Grenzen zu durchbrechen: So wird gerade die Gegenüberstellung höchst konträrer Charaktere zum zentralen Gedanken des Werkes. Während sich der erste Satz im Spannungsfeld eines zwölftönigen Themas und dessen starkem Tonalitätsbezug konfliktreich entwickelt, wirkt der ruhige Mittelsatz wie eine Insel der Besinnung. Der letzte Satz aber entfaltet seinen Charme durch eine Reihe von Variationen, in denen noch einmal die große Vielseitigkeit der Musiksprache Bartóks zum Ausdruck kommt.
Im Gedanken des Vereinens höchst unterschiedlicher Charaktere trifft sich Bartóks Violinkonzert mit Schumanns „Rheinischer“ Sinfonie. Diese Sinfonie aus dem Jahre 1850 zeigt für Schumannsche Verhältnisse ein relativ geringes inneres Konflikt-Potenzial. Sie wirkt nicht innerlich zwischen konträren Kräften zerrissen, sondern gewinnt gerade durch die Reihung mannigfaltigster Elemente ihren Reiz. Wie Schumann sagt, handelt es sich bei ihr um Musik, die „hier und da ein Stück Leben widerspiegelt“, ohne dabei wirklich programmatisch zu werden. Sie lebt von ihren Gegensätzen: Auf die große sinfonische Eröffnung, die durch... mehr rhythmische Verschiebungen innere Spannung erhält, folgt ein ruhiger, tänzerischer Satz im Charakter eines Ländlers – auf den kammermusikalisch feinen dritten Satz folgt das große an Sakralmusik gemahnende Orchestergemälde des vierten Satzes, bevor die Sinfonie in ihrem Finale ihren strahlenden Durchbruch erlebt.

Frank Peter Zimmermann wurde 1965 in Duisburg geboren und gab bereits mit 10 Jahren sein erstes Konzert mit Orchester. Nach Studien bei Valery Gradow, Saschko Gawriloff und Hermann Krebbers begann 1983 sein kontinuierlicher Aufstieg zur Weltelite. Er gastierte bei allen wichtigen Festivals und bei allen berühmten Orchestern und Dirigenten in der Alten und Neuen Welt. Zu den Höhepunkten der Saisons 2008/2009 und 2009/2010 zählen Konzerte mit den Berliner Philharmonikern und dem Royal Concergebouw Orchestra jeweils unter Bernard Haitink, den Wiener Philharmonikern unter Sir Simon Rattle, dem Boston Symphony Orchestra, dem NDR Sinfonieorchester und dem Philharmonia Orchestra jeweils unter Christoph von Dohnányi, dem Chicago Symphony Orchestra unter Pierre Boulez, dem New York Philharmonic Orchestra unter Alan Gilbert (inklusive einer Fernost-Tournee), dem London Symphony Orchestra unter Daniel Harding, der Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim, dem Pittsburgh Symphony Orchestra unter Manfred Honeck und der Staatskapelle Dresden unter Fabio Luisi. Neben seinen zahlreichen Orchesterengagements ist Frank Peter Zimmermann ein engagierter Kammermusiker. Er gründete zusammen mit dem Bratscher Antoine Tamestit und dem Cellisten Christian Poltéra 2007 das „Trio Zimmermann“. Zahlreiche hoch gelobte und preisgekrönte Aufnahmen für EMI-Classics, TELDEC, ECM und Sony Classical dokumentieren sein umfangreiches Repertoire. 1990 erhielt er den „Premio del Accademia Musicale Chigiana“ in Siena, 1994 den „Rheinischen Musikpreis“ und 2002 den „Musikpreis der Stadt Duisburg“. 2008 erhielt er das "Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland". Frank Peter Zimmermann spielt eine Stradivari aus dem Jahr 1711, die einst dem großen Geiger Fritz Kreisler gehörte. Das Instrument wird ihm freundlicherweise von der WestLB AG zur Verfügung gestellt.


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Di 07.02.12 20:00 Uhr
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Di 04.05.10 20:00 Uhr
Badisches Staatstheater
Mo 23.02.09 20:00 Uhr
Badisches Staatstheater

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Die Veranstaltung 3. Sonderkonzert wurde am Mittwoch, den 14. April 2010 von venyoobot eingetragen.

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