Prachtware. Porzellane des Klassizismus aus dem Marton Museum in Zagreb

Tafelporzellane, Schaustücke und Biskuitfiguren zeigen einen Querschnitt durch die ästhetisch und technisch innovative Zeit des Klassizismus. Auch andere Ausstattungsstücke aus der Sammlung des Marton Museum, wie Silber, Glas, Möbel und Gemälde werden in die Präsentation mit einbezogen und setzen assoziative Akzente, die das ästhetische Empfinden ihrer Zeit vor Augen führen.

Das LIECHTENSTEIN MUSEUM in Wien widmet sich in seiner Sonderausstellung dem Kernbereich des Marton Museum, den Porzellanen des Wiener Klassizismus. Diese Objekte der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur in Wien, vornehmlich aus der Zeit unter der Direktion des Aufklärers Conrad von Sorgenthal (1735–1805) zwischen 1784 und 1805, entsprechen den Vorlieben des Sammlers, Museumsdirektors und Geschäftsmannes für ästhetisch gelungene Formen und ausgefallene Dekore.

Antikenverehrung steht im Vordergrund der künstlerischen Produktion dieser Zeit, von der Kopie antiker Keramiken über arkadische Visionen bis zu den von antiken Wandmalereien inspirierten leuchtenden Farben. Tassen, Teller, Tafelaufsätze und Déjeuners, darunter ein Prunkstück der ehemaligen Sammlung Lanna mit feinstem Goldreliefornament, zeigen den nach Vollkommenheit strebenden Stil dieser Epoche. Auch die Kleinskulptur in Porzellan fasziniert den Sammler, gehörte sie doch zu einer eleganten Tafelausstattung um 1790. Der Klassizismus zelebrierte das unglasierte und unbemalte Porzellan mit seiner porösen, matten Oberfläche, die der subtilen Sinnlichkeit antiker Marmorskulpturen nachempfunden ist. Der Modellmeister der Wiener Manufaktur, Anton Grassi (1755–1807), ein Schüler der Wiener Akademie unter Franz Xaver Messerschmidt, sorgte nicht nur für zeitgemässe, schlicht „geläuterte“ Formen im Geist des Klassizismus, sondern auch für die Gestaltung der Figuren, Gruppen und Porträtbüsten. Als Vorbilder dienten einerseits antike Skulpturen, die Grassi auch auf seiner italienischen Studienreise kennen lernte und skizzierte, aber auch das Werk des grossen klassizistischen Bildhauers, Antonio Canova (1757–1822). Die Entführung der Europa (um 1793) des Marton Museum zählt zu den feinsten figürlichen Kompositionen Grassis.

Veranstaltungsarchiv für Prachtware. Porzellane des Klassizismus…

30.07.10, 10:00 - 09.11.10
Liechtenstein Museum
Di 27.07.10 10:00 Uhr
Liechtenstein Museum
Mo 26.07.10 10:00 Uhr
Liechtenstein Museum
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Die Veranstaltung Prachtware. Porzellane des Klassizismus aus dem Marton Museum in Zagreb wurde am Donnerstag, den 27. Mai 2010 von katjaheide eingetragen.

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