Mehr Licht! Die europäische Aufklärung weiter gedacht

In seiner "Kritik der Sonntagsrede", einem Text aus dem neuen Band "Permanente Revolution der Begriffe", schreibt Robert Menasse: "Ich versuche jeden Tag nichts anderes, als laut, das heißt eben öffentlich nachzudenken, worüber nachgedacht werden muss, und zu erzählen, was ich erzählen kann."
Menasses Essays sind immer messerscharfe politische Analysen, wohl recherchiert, sprachlich virtuos und polemisch im besten Sinne. Dialektische Analysen, die zunächst versuchen zu erkennen, wie die Welt ist, in der ein Autor schreibt, bevor er sie "verarbeitet", bevor er die unbeschriebene Welt in Bilder und Sprache über-setzt: sie wieder sichtbar macht, die in verordneter Sprache und desinformierenden Medien unterdrückten Erfahrungen, Träume und Phantasien.
Doch wie kann man die Realität begreifen, wenn schon ihre Begriffe nicht mehr begriffen werden? Das Eigentümliche an großen Begriffen wie "Demokratie", "Arbeit", "Religion", "Kultur" oder "Europa" ist, dass sie einer ständigen Banalisierung unterworfen sind: Sie wurden zu bloßen Worten, die jeder im Munde führt, die aber nichts mehr bedeuten. Robert Menasse unternimmt dagegen eine permanente Revolution der Begriffe und zeigt: Die Welt steht auf dem Kopf, wenn wir die Begriffe wieder auf die Füße stellen. Die Begriffe haben Recht - wir wissen es nicht, aber wir verwenden sie...
Robert Menasse, geboren 1954 in Wien, studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft. Er promovierte mit einer Arbeit über den "Typus des Außenseiters im Literaturbetrieb". Menasse lehrte sechs Jahre - zunächst als Lektor für österreichische Literatur, dann als Gastdozent am Institut für Literaturtheorie - an der Universität São Paulo. Dort hielt er vor allem Lehrveranstaltungen über philosophische und ästhetische Theorien ab, u.a. über: Hegel, Lukács, Benjamin und Adorno. Heute lebt er als Romancier und Essayist in Amsterdam und Wien.
Menasse veröffentlichte u.a. die Romane "Die Vertreibung aus der Hölle" und "Don Juan de la Mancha". 2006 erschien "Die Zerstörung der Welt als Wille und Vorstellung. Frankfurter Poetikvorlesungen", 2009 dann "Ich kann ja jeder sagen, Erzählungen vom Ende der Nachkriegsordnung".
Gerd Herholz ist Leiter des Literaturbüros Ruhr. U.a. veröffentlichte er mit Bettina Mosler einen Longseller zum Kreativen Schreiben: "Die Musenkussmischmaschine. 132 Schreibspiele". Zuletzt gab er 2010 "Stimmenwechsel. Poesie längs der Ruhr" heraus.
In Kooperation mit dem Schauspiel Essen.

Eintritt ab: 5,00 Euro

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Fr 05.11.10 20:00 Uhr
Schauspiel Essen - Café Central

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»Mehr Licht! Die europäische Aufklärung weiter gedacht« bei venyoo.de

Die Veranstaltung Mehr Licht! Die europäische Aufklärung weiter gedacht wurde am Dienstag, den 20. Juli 2010 von venyoobot eingetragen.

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