Dr. Mark Benecke - Kriminalbiologie
Maden und Merchandise
Dr. Mark Benecke sieht nicht aus wie ein Doktor. Er trägt Glatze, eine Brille und viele Tattoos. Benecke ist der Rockstar unter den Kriminalbiologen. Seine Vorträge sind fast immer ausverkauft. Denn Benecke trägt nicht nur vor, er lässt die Zuschauer teilhaben an den Fällen, die er bearbeitet hat. Dazu braucht er nicht mehr als ein Mikro, einen Computer und eine Leinwand. Dr. Mark Benecke ist eine Ein-Mann-Show. Ihn verspannen seine Fälle nicht, hat er einmal in einem Interview behauptet, also müsse er sich davon auch nicht entspannen. „Bei mir gibt es keine Trennung zwischen beruflich und privat. Ich brauche keinen Urlaub, ich führe exakt das Leben, das ich führen will.“ Man merkt es ihm an. Er ist begeistert von seinem Tun und kann damit andere begeistern. Aus dem „komischen Jungen in der Schule“ mit dem Chemiebaukasten ist ein anerkannter Wissenschaftler geworden, der nach dem Studium der Biologie, Zoologie und Psychologie seine Berufung am rechtsmedizinischen Institut in New York fand. Benecke arbeitet und denkt global. Anders ist es nicht zu erklären, dass er seinen fast dreistündigen Vortrag (Pause exklusive) mit der Vorstellung des Merchandise (u.a. Bücher, T-Shirts, Weihnachtsgeschenkpaket) beginnt. Der selbsternannte „Herr der Maden“ ist auch Geschäftsmann. Die Themenauswahl überlässt er dem Publikum. Das entscheidet sich nach einer Kampfabstimmung für das Thema „Insekten auf Leichen (Maden)“, die Serienmörder bleiben außen vor.
Denken ist verboten
Naturwissenschaft und Kriminalistik passen nicht zusammen, so lautet Beneckes Eingangsthese. Genauso wenig wie ein Experiment und ein Einzelfall. Um beide miteinander kombinieren zu können, müsse man viele Denkregeln beachten: Zuerst beobachten und den möglichen Erklärungen keinen Glauben schenken. Nicht jede Aussage kann man objektivieren, es gebe nur wahr oder nicht wahr. Tenor: Wir nehmen an, was wir wissen, mehr nicht. „Funktioniert die Kühlschrankbirne noch, wenn wir nach Hause kommen?“, fragt er und erntet mit seinen häufigen Ausflügen in den Alltag wohlwollendes Gelächter. Das Publikum ist dankbar, dass dort vorn niemand steht, der nur belehren will. Benecke erklärt anschaulich und schnell. Innerhalb von... mehr 45 Minuten weiß jeder im schummrigen Saal, worum es bei seinem Job geht. Im Prinzip nämlich um das „Priming“, die selektive Wahrnehmung. Oder kurz auf den Punkt gebracht: Denken ist verboten. Oder wie es sein berühmter Kollege Sherlock Holmes ausdrückte: „Wir müssen immer ausschließen, dass etwas nicht sein kann.“ Benecke wird warm, je länger der Vortrag dauert, desto weniger wissenschaftlich wird er. „Da bin ich nicht für zuständig“, würde einem Universitäts-Professor selbst nach drei Rotweingläsern nicht locker über die Lippen kommen. Benecke setzt sogar noch einen drauf, indem er nicht oft, aber mehrmals, sein Privatleben einfließen lässt: „Ich habe keinen Führerschein und Angst vor Spinnen.“ Das lockert auf, und macht den Zuschauer empfänglicher für das Wesentliche. Und das sind die Fälle, zu denen er schaurig-schöne Fotos an die Leinwand wirft. Zuerst eine Wasserleiche. Wie lange lag sie im Wasser, lautet die Aufgabenstellung. Voraussetzung ist, man weiß, wie die sogenannten „Leichenfrühbesiedler“ sich vermehren. Maden seien seine Stoppuhren, grinst Herr Doktor und ist sich nicht zu schade, aus populären Horror-Filmen wie „Hannibal“ oder „Sieben“ zu zitieren. Großes Enter....äh, Infotainment!
EUR 19.00 / 16.00 (erm) im Vorverkauf
wuppertal-live.de
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Veranstaltungsarchiv für Dr. Mark Benecke - Kriminalbiologie
| So | 05.02.12 | 20:00 Uhr | Haus der Jugend/Live Club Barmen |
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»Dr. Mark Benecke - Kriminalbiologie« bei venyoo.de
Die Veranstaltung Dr. Mark Benecke - Kriminalbiologie wurde am Montag, den 16. Mai 2011 von venyoobot eingetragen.
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