Feuer & Flamme Festival - mit: Waving The Guns, PöbelMC, Ebow, Smile And Burn, Bipolar Feminin, Kerosin95, Maffai

Rap und Punk gemeinsam auf einem Festival? Ob das gutgehen kann? Und wie! Obwohl der landläufigen Meinung nach wenige Musikrichtungen weiter auseinander liegen, stammen beide aus der gleichen Nachbarschaft. Und sind beide auf Krawall gebürstet! Aus dem sozialkritischen Bedürfnis heraus entstanden, unangenehme Themen konfrontativ auf den Tisch zu bringen, zeigen beide stets klare politische Kante. Nur eben mit unterschiedlichen Stilmitteln. Während auf der einen Seite treibender Sprechgesang mit satten Beats und vertrackten Rhythmen lockt, machen sich auf der anderen wildes Schlagzeuggeschepper und beißende Gitarrenriffs breit. Falls ihr bislang skeptisch wart, habt ihr spätestens jetzt die Gelegenheit, eure Liebe für beides zu entdecken, und das sogar gleichzeitig! Wir sind auf jeden Fall jetzt schon Feuer und Flamme für diese explosive Mischung.
Bipolar Feminin
Die erste EP der Band Bipolar Feminin, “Piccolo Family”, ist eine Sammlung von Songs der letzten zwei Jahre. Entstanden sind sie also in unterschiedlichen Lebensphasen. Der rote Faden: ein Überschuss an Emotionen, Erfahrungen und Eindrücke, die rausgeschrien gehören. Namensgebend für die EP war eine Person, die den Bandnamen irrtümlicherweise als “Piccolo Family” verstanden hat. Nachhaltig amüsiert erschien der neue Name als passend für den ersten Tonträger. Auch weil das Verhältnis zwischen den Bandmitgliedern entweder tatsächlich familiär ist oder als familiär bezeichnet werden kann. Gemeinsam entsteht dann eine Form von Rock, eine Form von Punk, oder auch eine Form von Pop.
Ebow
Die Welt steht still, zerbricht in zwei Teile: „Canê“ heißt das vierte Studioalbum von Rapperin Ebow, ein kurdisches Wort für ‚Liebling‘, oder auch ‚Seele‘. Mit ihrem neuen Album geht Ebow nicht nur back to the roots, representing München-Giesing und Free Kurdistan – sie geht den widersprüchlichen Sehnsüchten auf den Grund, die unsere Zeit in sich birgt. Schnelle Autos und politischer Kampf. Schüchterne Flirts und die ewige Suche nach Trouble. Prada Bags und Protest. Ebow muss sich kein Alter Ego zulegen, um Ambivalenzen zu verbergen, sie hält sie aus. Die Rapperin muss sich nicht ausgeben für etwas, das sie nicht. Ebow ist beides: Widerständig und hyped. Straße und Softie. Hochpoetisch und not giving a fuck.
Maffai
Das Gegengift zum Erwachsenwerden trägt einen neuen Namen: Maffai. Das 2018 in Süddeutschland gegründete Quartett bewegt sich soundtechnisch irgendwo zwischen wütendem Indie und filigranem Post-Punk. Aus Melodie und rauer Oberfläche sticht hier insbesondere die Emocore-Sozialisierung der Bandmitglieder hervor. Spätestens live wird dies omnipräsent hörbar. Kein unnötiger Ballast. Kein Schnickschnack. Drei Minuten reichen, um gezielt auf den Punkt zu kommen. Maffai kombinieren verwaschene Gitarrenmelodien und flächige Synthies mit Texten zwischen Direktheit und kryptischer Metapher. Somit treiben sie ihre Zuhörer*innen tanzend durch alle Gefühlslagen – und zwar solange bis auch den Letzten die Teenage Angst ins Gesicht geschrieben steht.
Novaa
Ein Jahr nach „She’s A Rose“ kehrt Novaa zurück: „She’s A Star“ heißt das Gegenstück zum Vorgängeralbum, die andere Seite der Medaille. Und es manifestiert ihre Stellung als eine der talentiertesten, vielversprechendsten Künstler*innen Deutschlands. Harte Beats und weiche Gitarren stehen nebeneinander, umschmeicheln ihre unverkennbare Stimme. Schon der Opener „Trauma“ zeigt dieses Miteinander zeitgenössischer Hip-Hop-Beats, experimenteller Elemente, Industrial-Attitüde und verträumten Indiepops eindrucksvoll: reduziert und gleichzeitig voller spannender Soundelemente. Minimalistischer und trotzdem komplexer Pop für die verwirrte Gegenwart.
Pöbel MC
Pöbel MC ist des Deutschraps amtierender Schachboxchampion, der nicht mal Boxen bräuchte, um den Laden auf links zu ziehen. Was in den feuchten Kellergemäuern autonomer Jugendzentren begann, hat nicht ohne Grund seinen Weg in ausverkaufte Konzertsäle von stattlicher Größe gefunden. Zwischen Sprechgesang und wuchtigen Drum-Stafetten entwickelt beinahe jede Pöbel-Show früher oder später den solidarisch-dynamischen Vibe eines guten Punk-Konzerts – und niemand hat die Absicht, seine Stimmbänder zu schonen. Das Konzert-gewordene Hybrid aus Punchline-Gewitter, gesellschaftskritischer Lehrstunde und Bierdusche ist ein Place To Be. Für alle, die auf Style und Geschlechter scheißen und sich trotzdem in Schale schmeißen und für alle anderen auch.
Smile and Burn
Smile And Burn sind eine Band. Aus Berlin. 2009 mit der ersten Show im Berliner Trixxter Club gestartet, wurden die Shows langsam voller und die Strecken rund um den Erdball immer länger. Doch auch Smile And Burn haben mit der Zeit Federn gelassen: kurz vor Album Nummer fünf sind sie von einem Quintett zu einem Trio geschrumpft. Was nun? Campino vergnügt sich auf Ibiza, Dave Grohl zimmert sich ein Studio in die Garage, die Stones hängen mit den Girls aus Südfrankreich und Smile And Burn hatten die Wahl zwischen Gaming-Channel und neuem Album. Auch wenn nun niemand mehr davon redet, dass sie die nächsten Beatsteaks wären, Punker mit Straßen-Abi haut so schnell nichts um. Der Van wird wieder gepackt, alles geht wieder los, alles wie bisher, ab jetzt alles anders.

Waving the Guns
Waving the Guns kommen aus Rostock und machen Rap. Bei WTG geht es um die Artikulation von Antithesen zum Normalität werdenden Schwachsinn, um Übertreibungen und Understatement, um Gepöbel und Reflexion und darum, Scheisselabern mit Haltung zu verweben. Meinungsäußerung und Auseinandersetzung sind wichtiger Bestandteil, ebenso aber Entertainment und schlichtweg Bock auf Musik. Vor allem anderen ging es jedoch immer darum, Konzerte zu spielen. Durch stetes Tingeln überall dorthin, wo es Bühnen und Rückkopplungen gibt, wissen WTG wie man eine Crowd zu unterhalten und Songs energiegeladen vorzutragen hat. Dem angesichts beschränkter Sichtweisen schlecht gelaunten Publikum werden High Fives gegeben, ohne Garantie allerdings, nicht doch noch eine gewischt zu bekommen.

Veranstaltungsort und Adresse

E-Werk Kulturzentrum, Fuchsenwiese 1, 91054 Erlangen

    Tickets für 11. November 2022

  • Fr
    11.Nov
    19:00
    Tickets

Feuer & Flamme Festival - mit: Waving The Guns, PöbelMC, Ebow, Smile And Burn, Bipolar Feminin, Kerosin95, Maffai

Diese Veranstaltung in Erlangen wurde von venyoobot veröffentlicht. Feuer & Flamme Festival - mit: Waving The Guns, PöbelMC, Ebow, Smile And Burn, Bipolar Feminin, Kerosin95, Maffai ist der Rubrik Festival / Bühne zugeordnet.

Weitere Veranstaltungen

Fr
31. Mär
20:00
Karlstorbahnhof
Do
30. Mär
20:00
Kulturzentrum franz.K